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Der Sparer als Verlierer
Immer zum Weltspartag trommeln Banken und Sparkassen noch heftiger um die Rücklagen der Bundesbürger. Das Sparbuch ist "in" wie seit Jahren nicht. Doch wer spart wie anno dazumal, verliert eine Menge Geld.
Die Banken und Sparkassen haben Grund zum Feiern. Das Sparbuch steht in der Gunst der Bundesbürger wieder ganz oben. Das macht fette Gewinne für die Bank.
Fast zwei Drittel der Befragten setzten auf das altehrwürdige Sparkonzept "mit all seinen Sonderformen". Auf den Plätzen bei der Absicherung der Sparer liegen Lebens- und Rentenversicherung, Immobilien und Bausparverträge. Verbraucherschützer schlagen zu Recht Alarm.
Für fast drei Viertel der Befragten steht angesichts der Finanzkrise "Sicherheit" an erster Stelle. Eine Sicherheit, die trügerisch ist und in Wahrheit eine Menge Rendite kostet und noch nicht mal eine ist.
Nimmt man Sparbüchern und Sparbriefen ins Visier, so lag die durchschnittliche Rendite des deutschen Geldvermögens in den vergangenen 15 Jahren bei 2,3 Prozent. Nur rund halb so hoch, wie sie bei einer "neutralen Beratung" ausfallen
könnte.
Über Sparzinsen von mehr als zwei Prozent wären die Besitzer klassischer Sparbücher derzeit wohl überglücklich. Die Realität sieht schlechter aus. Die stark beworbenen Sparbücher der Sparkassen liefern in den allermeisten Fällen
nur 0,50 bis 0,75 Prozent an Zinsen. Nach einer aktuellen Übersicht der Gesellschaft für Verbraucherinformation bietet nur zurzeit nur die Sparkasse Bochum eine Verzinsung von 1,0 Prozent für das Sparbuch.
Die "maximale Sicherheit" kostet die Menschen Jahr für Jahr bares Geld - es sind Milliarden.
Sparbuch ist der Vermögenskiller Nr. 1. Bei einer Inflationsrate von 2,5 Prozent und mehr, von für die kommenden Jahre ausgegangen werden kann, und einer Verzinsung von 0,75 Prozent auf dem Sparbuch, knappst die Teuerung jedes Jahr ein Stück vom tatsächlichen Vermögen der Sparer in die Tresore der Banken ab.
Aus 10.000 Euro werden unter diesen Bedingungen "real", durch die Teuerung binnen zehn Jahren 8.554 Euro. Das laufende Jahr 2009 mit seiner "Null-Inflation" dürfte auf lange Sicht die Ausnahme bleiben. Preisauftrieb durch wieder steigende Öl-, Benzin- und Nahrungsmittelpreise werden in den kommenden Jahren die Teuerung wieder anschieben.
Dazu kommen die Inflationsgefahren durch die Geldpolitik der Notenbanken, die per Druckerpresse die Volkswirtschaften mit Euro, Dollar oder Yen aus dem Nichts versorgt haben.
"Tagesanleihe" im Zinstief
Den Vogel bei der Niedrigverzinsung schießt im Herbst 2009 ausgerechnet die bundeseigene Finanzagentur mit ihrer "Tagesanleihe" ab, die noch vor wenigen Monaten als attraktive Alternative zum Tagesgeldkonto propagiert wurde: Selbst mit einem Zins von 0,20 Prozent pro Jahr (also 20 Cent je
100 Euro) vermag der Bund nicht mehr die höchstmögliche Sicherheit bieten, die zudem noch sehr teuer bezahlt wird.
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